Eine Reise ans Ende der Welt
Für gut betuchte Menschen ist das Leben leichter. Dieser Aussage kann man natürlich kritisch gegenüberstehen, doch in einem Punkt bewährt sich diese These. Menschen mit Geld können die Welt ohne Wenn und Aber bereisen. Das nötige Kleingeld dafür besitzen sie ja. Die Erde ist groß, und es ist in Lebenszeiten kaum möglich, jeden Ort zu bereisen. Jedoch kann man sich für seine Reiseplanung die schönsten Orten der Welt vormerken. Und wer es noch abenteuerlicher mag, nimmt als Ziel gleich das Ende der Welt. Und dieses Ziel heißt Antarktis. In wunderschöner und immer noch fast unberührter Landschaft gibt es Unglaubliches zu bewundern und zu entdecken. Laut der Tourismusbranche nehmen die Reisen ins ewige Eis zu.
Die Menschen haben Angst, dass die Antarktis in ein paar Jahren wirklich komplett verschwunden sein könnte und nutzen die günstigen Reisen im Moment aus, heißt es aus Insiderkreisen. Sicher ist der Faktor des Alleinseins und der ewigen Weite auch ein Aspekt, der für die Wahl dieses Reiseziels von besonderer Bedeutung ist. Nun ja, "günstige" Preise sei erst einmal dahingestellt. Fest steht, wer Abenteuer sucht, wird Ungewöhnliches entdecken.
Im Jahre 2002 ist zum ersten Mal ein deutsches Kreuzfahrtschiff zur Reise in die Antarktis angetreten. 5-Sterne-Luxus inmitten völliger Leere. So wird der Kontinent der von den meisten Touristen beschrieben: leer. Doch inmitten schönster Eis- und Gletscherlandschaft gibt es mehr als nur Leere zu entdecken. Viele Tiere haben in dem Eis ihr Zuhause und sind scheu gegenüber Menschen. Als Symbol- und Charaktertier der Antarktis gilt natürlich der Pinguin. Doch auch viele andere Lebewesen bewohnen die riesigen Eisflächen und das umliegende Meer. Tintenfische, Robben, Seelöwen, Wale, Krebse, Fische und Seeleoparden wohnen hier – entweder das ganze Jahr durch oder zu bestimmten Jahreszeiten.
Für Touristen bleibt ein Großteil der Antarktis unentdeckt. Sind sie erst einmal auf dem Land, wollen sie alles sehen und anfassen, doch es gibt kaum eine Organisation auf der Welt, die einen kompletten Monat oder länger als Reisemöglichkeit anbietet und das aus gutem Grund: Die extremen Bedingungen in dem Eis spielen dabei eine große Rolle, die keinesfalls unterschätzt werden sollten. Bei Jahresdurchschnittstemperaturen von -55 Grad Celsius ist es den wenigsten Menschen zuzumuten, länger als eine Woche dort zu bleiben. Und in einem Iglu zu übernachten, sei nur den wenigen Einwohnern gegönnt. Wer in die Antarktis reist, muss sich warm anziehen. Hier in Deutschland werden solch eisige Temperaturen nie erreicht. Dort bibbert man bei maximal -25 Grad Celsius, also nicht einmal die Hälfte der antarktischen Temperatur. Doch die phänomenale Aussicht und das einmalige Erlebnis einer Tour durch das Eis, machen solche Faktoren schon wieder zur Nebensache. Wer sich traut, kann bei einer Schlittentour mit Huskys die Gegend erkunden. Eine Bereitschaft zum Risiko muss jedoch vorhanden sein, betonen auch die Reiseveranstalter, denn die Geschwindigkeiten bei einer solchen Tour sind sehr groß und die zusätzlich sehr geringen Temperaturen machen es besonders extrem. Das Ende der Welt ist fast noch völlig unerkundet, und doch zieht es viele Menschen dorthin. Wegen der Ruhe, der Landschaft und auch der Leere.